Ablauf & Inhalte

Das ÖGH-Hufstudium setzt auf eine breite Wissensvermittlung: uns ist es wichtig, nicht nur praktische Barhufbearbeitung zu lehren, sondern den zukünftigen Hufbearbeitern das nötige theoretische Rüstzeug mitzugeben, damit sie auch neue Hufsituationen adäquat einschätzen und behandeln können.

Dazu gehört einerseits ein breites Themenspektrum zu allen Einflussfaktoren (z.B. Haltung und Fütterung oder Pathologien), aber auch zu modernen Entwicklungen. Gerade im Bereich des Hufschutzes gibt es eine große Anzahl an Methoden und Produkten, die ebenfalls zum Kompetenzbereich eines guten Barhuf-Bearbeiters gehören sollten. Denn nicht jedes Pferd kann zu jedem Zeitpunkt barhuf laufen und diesem Umstand sollte entsprechend Rechnung getragen werden können. Daher sind die Absolventen des ÖGH-Hufstudiums auch mehr als bloße Barhuf-Pfleger: es sind orthopädische Huftechniker.

Studienplan

Da das Hufstudium flexibel angelegt ist, obliegt es dem jeweiligen Studenten selbst sich seinen individuellen Studienplan zu erstellen. Grundsätzlich gibt es aber folgende Pflicht-Inhalte, um zur abschließenden Prüfung zugelassen zu werden:

  • Wochenend-Seminare (Ausmaß: 8 Wochenenden)
  • Mitfahr-Praktikum bei [anerkannten ÖGH-Hufbearbeitern] (Ausmaß: 30 Tage bei mind. 2 unterschiedlichen Bearbeitern)
  • Praxisarbeit am Pferd mit Supervision (Ausmaß: mind. 3 Pferde)
  • Ergänzende Literaturliste (Ausmaß: individuell)
  • Fallbeispiele (Ausmaß: Dokumentation der Behandlung von 2 pathologischen Huf-Situationen sowie 1 Erhaltungs-Trim über mind. 3 Monate)

Die Reihenfolge der Absolvierung dieser Inhalte kann vom Studenten individuell gestaltet werden. Jeder Student ist daher selbst für die Organisation seines Studiums zuständig, womit größtmögliche Kompatibilität mit dem eigenen Leben gewährleistet wird.

Seminare

Folgende Wochenend-Kurse werden von der ÖGH mehrmals jährlich angeboten:

  • Hufgesundheit I
  • Hufgesundheit II
  • Pathologien
  • Anatomie und Sezieren
  • Gangbildanalyse und Lahmheitsdiagnostik
  • Fütterung
  • Röntgen
  • Klebebeschläge

Die Termine dazu werden jeweils auf dieser Website in der ÖGH-Terminübersicht bekanntgegeben, sowie in der geschützten Facebook-Gruppe für ÖGH-Mitglieder.

Praktikum

In den Seminaren wird sowohl Theorie als auch Praxis vermittelt, wobei der praktische Teil jedoch mit toten Hufen absolviert wird. Erst danach geht die Praxis am lebenden Pferd los: einerseits begleitest du anerkannte ÖGH- Hufbearbeiter bei ihrer alltäglichen Arbeit und lernst so nicht nur die Beurteilung individueller Huf-Situationen kennen, sondern auch den richtigen Umgang mit Pferden und ergonomische Huf-Bearbeitung. Andererseits werden regelmäßig Exkursionen angeboten, bei denen du selbst Hand anlegst: in Kleinstgruppen und unter Supervision lernst du in sicherer Umgebung das praktische Handwerk an echten Pferden.

Da die Arbeit am lebenden Individuum nur für fortgeschrittene Hufstudenten möglich ist, benötigst du zur Absolvierung dieses Teils eine Gewerbeanmeldung und eine Haftpflichtversicherung für Hufbearbeiter. Dies ist nötig, da du mit dem ÖGH-Hufstudium keinerlei Verpflichtung eingehst und es daher keinen bindenden Ausbildungsvertrag gibt. Falls du das nicht möchtest, dann kannst du das ÖGH-Hufstudium auch ohne diesen Praxis-Teil absolvieren, allerdings ist in diesem Fall keine Abschlussprüfung möglich.

Fallbeispiele

Neben diesen begleitenden Praxis-Erfahrungen ist es uns aber auch wichtig, dass unsere Studenten eigenständig arbeiten können. Dafür gibt es die Fallbeispiele: jeder Student muss mind. 3 unterschiedliche Pferde als Praxis-Beispiele über einen Zeitraum von mind. 3 Monaten als alleiniger Hufpfleger bearbeiten und den Verlauf dokumentieren.

Mindestens zwei dieser Fallbeispiele müssen pathologische Huf-Situationen darstellen. Die Aufbereitung der Fallbeispiele muss dabei eine Einschätzung der IST-Situation und des Verlaufs beinhalten sowie eine Begründung der Bearbeitung. Wir sind uns dabei bewusst, dass hierbei oftmals nicht alle Einflussfaktoren (z.B. Haltung und Fütterung) beeinflusst werden können; dementsprechend wird bei der abschließenden Beurteilung der Fallbeispiele weniger Wert auf das tatsächliche Ergebnis, als auf die realistische Einschätzung der Hufsituation und der individuellen Therapie-Empfehlung gelegt. Deine Fallbeispiele werden schließlich durch das ÖGH-Gremium beurteilt und einzeln als „positiv“ oder „negativ“ beurteilt.

Prüfung

Zu guter Letzt folgt schließlich die Abschlussprüfung. Diese besteht sowohl aus einem theoretischen als auch praktischen Teil. Zur erfolgreichen Absolvierung des Hufstudiums sowie zur Berechtigung des Titels „Orthopädischer Huftechniker“ ist es nötig, beide Teile positiv zu absolvieren sowie eine positive Beurteilung der Fallbeispiele zu erhalten.

Du denkst, das klingt wahnsinnig aufwendig?

Ist es aber nicht, denn du kannst dir dein Studium frei einteilen. Du kannst es in kürzester Zeit durchziehen, oder dir alle Zeit der Welt damit lassen. Und sollten sich deine Lebensumstände oder deine Entscheidung ändern, dann kannst du die Ausbildung jederzeit pausieren oder abbrechen – ohne Begründung, ohne Verpflichtung, ohne Nachteil.